Wachstumsstörungen: Wenn die Entwicklung aus dem Gleichgewicht gerät
So zahlreich die Faktoren sind, die auf das Wachstum einwirken, so unterschiedlich können auch die Gründe für ein vermindertes Wachstum sein. Liegt die Körpergröße außerhalb des Normbereichs sollte dies vom Kinderarzt genau untersucht werden. Es liegt jedoch nicht in jedem Fall eine Erkrankung zu Grunde, die behandelt werden muss. Vielleicht handelt es sich um familiären Kleinwuchs, wenn beide Eltern ebenfalls eine geringe Körperlänge haben. In manchen Fällen ist auch eine Entwicklungsverzögerung die Ursache. Die
Pubertät setzt dann später ein, was das Längenwachstum vorübergehend mindert.
Auch schwere oder über einen längeren Zeitraum anhaltende Erkrankungen können sich auf das Wachstum auswirken. Dazu gehören z.B. Darmerkrankungen oder Herzfehler. Hier wird das Wachstum in der Regel wieder aufgeholt, wenn die Grunderkrankung behandelt wird.
Zu den häufigsten Ursachen von Wachstumsstörungen, die behandelt werden müssen, damit eine normale Körpergröße erreicht werden kann, zählen:
Die vielen unterschiedlichen Gründe für ein vermindertes Wachstum verdeutlichen, dass eine exakte Diagnose entscheidend ist. Nur so kann herausgefunden werden, welche Ursache die ungewöhnlich kleine Körpergröße genau hat und ob diese behandelt werden sollte. Bei vielen Formen von Wachstumsstörungen ermöglicht eine rechtzeitige Therapie die normale und altersgerechte Entwicklung der betroffenen Kinder. Neben der regulären Kontrolle von Körperlänge und Gewicht durch den Kinderarzt, ist ein
Kinder-Endokrinologe – der Spezialist für Wachstumsstörungen im Kindesalter – der richtige Ansprechpartner für umfassende Untersuchungen und eine Behandlung.
Das menschliche Wachstumshormon Somatotropin reguliert das Wachstum von Kindern, indem es Signale an Zellen, Gewebe und Organe weitergibt.
SGA ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Small for Gestational Age“ (deutsch: zu klein für das Gestationsalter). Kinder, die unter SGA leiden, sind, wenn sie auf die Welt kommen, kleiner und/oder leichter, als es die Schwangerschaftsdauer hätte erwarten lassen.
Das Ullrich-Turner-Syndrom (UTS) wird durch eine Chromosomenveränderung verursacht und kommt nur bei Mädchen bzw. Frauen vor. Benannt ist die Erkrankung nach ihren Entdeckern, den Ärzten Otto Ullrich und Henry Turner.
Hält eine Nierenfunktionsstörung länger als drei Monate an, so spricht man von einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI). Die Nieren verlieren ihre Fähigkeit, Giftstoffe und überschüssiges Wasser mit dem Urin aus dem Körper zu transportieren und können schließlich ganz versagen.