Diagnose: Ursachenforschung für die Wachstumsstörung
Wächst ein Kind nicht wie erwartet, ist es wichtig, die genauen Ursachen dafür zu finden. Nur so kann die Wachstumsstörung wirksam behandelt und eine altersgerechte Entwicklung gefördert werden. Spezialisierte Kinderärzte (Kinder-Endokrinologen) haben dafür die Erfahrung und Möglichkeiten, alle nötigen Untersuchungen durchzuführen:
- Die eingehende körperliche Untersuchung, bei der das Kind auch gemessen und gewogen wird
- Die Bestimmung des Knochenalters
- Die Suche nach erblich bedingten sowie angeborenen und chronischen Erkrankungen
- Blutuntersuchungen und Tests für einen Wachstumshormonmangel
- Die Chromosomenanalyse bei Mädchen, um festzustellen, ob ein Ullrich-Turner-Syndrom vorliegt
- Die Untersuchung mittels Magnetfeldern (Kernspintomografie), um Erkrankungen des Gehirns auszuschließen
Die Entwicklung der Knochen verläuft parallel zur biologischen Entwicklung und deckt sich normalerweise mit dem tatsächlichen Alter (dem chronologischen Alter). Liegt eine Wachstumsstörung vor, kann das Knochenalter vom chronologischen Alter abweichen, z.B. bei einem Wachstumshormonmangel. Das Knochenalter lässt sich durch eine Röntgenaufnahme der linken Hand bestimmen.
Tests für Wachstumshormonmangel
Das Wachstumshormon wird nicht kontinuierlich vom Körper ausgeschüttet. Es folgt einem bestimmten Rhythmus, überwiegend nachts während des Schlafens. Daher reicht nicht nur eine einzelne Blutabnahme, um die Hormonausschüttung zu bestimmen. Um einen Wachstumshormonmangel festzustellen kann daher ein Nachtprofil erstellt werden. Dafür wird während des Schlafens in kurzen Abständen Blut über eine Infusion entnommen und der Wachstumshormonspiegel bestimmt. Bei einem Wachstumshormontest wird mit einem Medikament die Hirnanhangdrüse zur Wachstumshormonausschüttung angeregt. Anschließend wird die Höhe der Wachstumshormonkonzentration über einen bestimmten Zeitraum gemessen.


