
Was kann das Wachstum beeinflussen?
Wieder nicht oder nur wenig gewachsen? Der oder die kleinste im Freundeskreis? Meistens wird mangelnde Körpergröße wieder aufgeholt – nur eben etwas verspätet. Schließlich wächst jeder Mensch unterschiedlich schnell. Geraten jedoch die Dinge, die unser Wachstum steuern, aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf die Entwicklung der Körperlänge auswirken. Die Gründe dafür können ganz verschieden sein. Wichtig ist, die Ursachen herauszufinden, denn in vielen Fällen kann etwas unternommen werden.
Welche Ursachen Wachstumsstörungen besonders oft haben, findest du hier erklärt. Klick einfach auf den Themenpunkt, der dich interessiert, so kannst du diesen öffnen oder schließen.
- Kein Signal zum Größerwerden: Wachstumshormonmangel
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Bei einem Wachstumshormonmangel stellt der Körper kein oder nicht genug von dem Hormon her, das für das Wachstum und die Entwicklung zuständig ist
(Somatotropin). Manchmal ist auch genug Somatotropin da, aber es kann nicht an den Körper abgegeben werden. Teilweise kann der Körper das Hormon auch nicht erkennen.Ursachen: Wenn kein oder nicht genug Wachstumshormon hergestellt wird, arbeitet die Hirnanhangdrüse (das ist die Hormondrüse, die eigentlich das Wachstumshormon produziert) nicht richtig. Möglich ist das bereits von Geburt an oder erst seit einem späteren Zeitpunkt (z.B. durch eine Kopfverletzung oder Krankheit).
Wenn zwar Hormon hergestellt, es aber nicht (in ausreichender Menge) an den Körper abgegeben wird, kann zu wenig von einem Botenstoff vorhanden sein, der die Hirnanhangdrüse zur Ausschüttung von Somatotropin anregt.
Wenn genug Somatotropin da ist und ausgeschüttet wird, es aber nicht vom Körper erkannt wird, kann es möglicherweise an den sogenannten Wachstumshormonrezeptoren liegen. Dies sind Strukturen auf Körperzellen, welche die Signale des Wachstumshormons verstehen sollen. Vorstellbar ist das wie bei einem Schloss mit dazugehörigem Schlüssel. Genau wie Schloss und Schlüssel zusammenpassen müssen, muss auch das Hormon zum Rezeptor passen, damit dieses erkannt wird. Manchmal kann auch keine Ursache festgestellt werden.
Wie merkt man das? Bei einem Wachstumshormonmangel wächst man langsamer. Da Somatotropin sich auch auf andere Dinge im Körper auswirkt, z. B. den Aufbau von Muskeln und darauf, wie Fette aus dem Essen weiter verarbeitet werden, können u.a. auch weniger Kraft und eine Gewichtszunahme die Folge sein.
Was hilft? Häufig kann ein Wachstumshormonmangel mit Wachstumshormon als Medikament ausgeglichen werden.
- Zu klein/leicht bei der Geburt: SGA-Syndrom
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SGA ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Small for Gestational Age“. Kinder, die unter dem SGA-Syndrom leiden, sind, wenn sie auf die Welt kommen, kleiner und/oder leichter, als es die Schwangerschaftsdauer hätte erwarten lassen.
Ursachen: Es kann ganz unterschiedliche Ursachen geben. Möglich sind zum Beispiel Krankheiten vor der Geburt oder, dass das Kind nicht genug Nährstoffe durch die Nabelschnur bekommt, oder, dass die Mutter während der Schwangerschaft geraucht oder zu viel Alkohol getrunken hat. Nicht immer können die genauen Gründe festgestellt werden.
Wie merkt man das? Kinder mit SGA-Syndrom sind bei der Geburt kleiner und/oder leichter als es die Schwangerschaftsdauer hätte erwarten lassen. Viele holen den Rückstand aber auf. Wenn ein Kind mit SGA-Syndrom jedoch mit zwei Jahren immer noch zu klein ist, holt es die Größe wahrscheinlich nicht mehr von selbst ein.
Was hilft? Das Wachstum muss genau beobachtet werden. Wenn der Arzt feststellt, dass sich die Größe bis zum zweiten Geburtstag nicht so gut entwickelt hat, kann ein besonders ausgebilderter Arzt – ein Kinder-Endokrinologe - feststellen, ob eine Behandlung helfen könnte. Manchmal wird das Wachstum dann mit Wachstumshormon als Medikament unterstützt.
- Besonderheit der Chromosomen: Ullrich-Turner-Syndrom
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Das Syndrom ist nach dem deutschen Kinderarzt Otto Ullrich und dem amerikanischen Arzt Henry Turner benannt, da sie es als erste Wissenschaftler beschrieben haben. Es kommt nur bei Mädchen bzw. Frauen vor.
Ursachen: Mädchen/Frauen mit Ulrich-Turner-Syndrom haben eine Besonderheit in den . Chromosomen enthalten Gene, also unsere Erbinformationen. Sie bestimmen, wie sich unser Körper entwickelt und wie er funktionieren soll. Bei Frauen mit Ulrich-Turner-Syndrom fehlt ein Chromosom oder es ist verändert.Wie merkt man das? Häufig ist die Körpergröße schon bei der Geburt sehr klein und die fehlende Größe wird auch bis ins Erwachsenenalter nicht von allein aufgeholt. Beim Ullrich-Turner-Syndrom können unter anderem auch das Herz oder die Nieren fehlgebildet sein oder die Finger- und Fußnägel anders aussehen. Um genau herauszufinden, ob jemand diese Erkrankung hat, werden die Chromosomen untersucht.
Was hilft? Oft kann das Wachstum durch die Behandlung mit Wachstumshormon als Medikament gefördert werden.
- Zu klein, weil die Niere nicht funktioniert: Chronische Nierenfunktionsstörung
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Chronisch ist eine Krankheit, wenn sie dauerhaft anhält und ihre Ursache nicht geheilt werden kann. Bei einer chronischen Nierenfunktionsstörung ist also die Funktion der Nieren dauerhaft gestört.
Ursachen: Meistens ist eine chronische Nierenfunktionsstörung angeboren.
Wie merkt man das? Die Nieren haben unterschiedliche Funktionen. Sie sorgen z.B. dafür, dass Giftstoffe und auch überschüssiges Wasser aus dem Körper transportiert werden. Aber auch das Zusammenspiel der Hormone wird von den Nieren beeinflusst. Wenn sie nicht richtig arbeiten, kann sich das auch auf das Wachstum auswirken.
Was hilft? Durch die Behandlung mit Wachstumshormon als Medikament kann das Wachstum häufig unterstützt werden.
