
Erfahrungsbericht
Wie ist es anderen ergangen mit dem Wachsen? Wie haben sie ihre Wachstumsstörung erlebt? Welche wichtigen Erlebnisse haben sie weitergebracht? Hier findest du die Geschichte von Anna.
http://video.juwimm.net/merckserono/einfach-wachsen/Saizen_DE_580_318.flvAngekommen in der Normalität! - Annas Erfahrungsberichto.juwimm.net/merckserono/einfach-wachsen/Saizen_DE_580_318.flv
„Anna, pass auf, ich schieß den Ball oben in den Winkel.“ Ein kurzer Anlauf, und die Kugel fliegt auf Annas Tor zu. Sie streckt die Arme nach oben und hält – ganz sicher. Vor Kurzem hätte sich Anna noch so strecken können, sie hätte den Ball nicht fangen können. Die 15-Jährige wäre zu klein gewesen, ein paar entscheidende Zentimeter fehlten.
Klein, traurig, wütend
Was es bedeutet, klein zu sein, weiß Anna noch ganz genau. „Damals wollte ich unbedingt auf dem Jahrmarkt in einem Karussell fahren. Um einzusteigen, musste ich entweder zehn Jahre alt sein oder eine bestimmte Körpergröße haben. Ich war schon zwölf, aber zu klein. Der Betreiber verweigerte mir den Zutritt, das hat mich traurig und wütend zugleich gemacht“, sagt das zierliche Mädchen. „Dabei ist Körpergröße nur der erste Eindruck, aber er wirkt. Kleine Menschen werden häufig unterschätzt.“ Anna war jahrelang die Kleinste, musste stets um Anerkennung kämpfen, weil andere sie unterschätzten. Während die Freunde bis zu zwei Köpfe größer waren, stellte ihr Körper das Wachsen einfach ein. Erst eine Diagnose von Fachärzten bestätigte den Verdacht – ihr Knochenalter lag drei Jahre hinter ihrem Geburtsalter zurück. Heute wird Anna zwar immer noch jünger geschätzt als sie wirklich ist, hat aber deutlich an Größe zugelegt. Seitdem sie sich vor etwa zwei Jahren zu einer Hormonbehandlung entschied, streckte sich der Körper bereits nach wenigen Monaten um acht Zentimeter. Insgesamt ist sie um 15 Zentimeter gewachsen. Bis zum 18. Lebensjahr muss Anna die Hormone noch nehmen.
Ganz normales Shopping
Blöde Sprüche über ihre Größe konterte Anna stets mit Pfiffigkeit. Im Gegensatz zur körperlichen Entwicklung war und ist die geistige Entwicklung gegenüber Gleichaltrigen weit vorangeschritten. Annas Verbalakrobatik verblüffte immer wieder Freunde und ließ fehlende Zentimeter schnell vergessen. Einzig modisch konnte die begeisterte Fußballerin nicht mit den Klassenkameraden mithalten. „Ich musste immer in die Kinderabteilung, da gab es nur Klamotten mit Comic-Figuren. Ein blödes Gefühl. Mein modischer Geschmack hat sich weiterentwickelt, aber mein Körper nicht.“ Mittlerweile shoppt Anna mit Freundinnen in angesagten Boutiquen.

Auf der Überholspur
Ein Wendepunkt war der Augenblick, als Anna ihre Mutter in der Größe überholt hat. „Definitiv der glücklichste Moment für mich, denn ich war nicht mehr die putzige Tochter. Jetzt hat Mama mein Alter auch gesehen.“ Vorher gab es durchaus kleine Konflikte – besonders, wenn Anna bei einer Freundin übernachten wollte. Dann kam häufig das Argument: „Du bist doch zu klein!“ Mit dem Wachstum entwickelte sich auch das ohnehin schon beachtliche Selbstbewusstsein. Jetzt klingeln Jungs an Annas Tür, eine völlig neue Situation für Andrea Maier. „Ihr aktueller Freund ist ein Riese, daran muss ich mich erst mal gewöhnen“, sagt die Mitarbeiterin von Merck mit einem Lächeln. Und wenn Anna mal über die Stränge schlägt, viel später als abgesprochen nach Hause kommt, freut sich die Mutter sogar darüber. Und über schlechte Zensuren regt sie sich auch nicht auf. Anders als damals bei Annas älterer Schwester Sarah drückt Andrea Maier beide Augen zu. Annas Hormonbehandlung hat viel bewirkt. Sie spielt im Fußballverein endlich wieder in der Verteidigung und kann den Gegnern den Ball abnehmen, ohne aus der Puste zu kommen. Das Schönste ist aber ein gemeinsamer Traum, den Mutter und Tochter jetzt verwirklichen werden. „Ich möchte mit Anna und Sarah auf Camargue-Pferden am Strand galoppieren. Vor ein paar Jahren war das wegen Annas mangelnder Kraft nicht möglich. Sie hätte kein Pferd im Galopp halten können. Wir sind jetzt in einer herrlichen Normalität angekommen.“
