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Wachstumsstörungen: Wenn die Größe auf sich warten lässt

Das Wachstum wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Gerät einer von ihnen aus dem Gleichgewicht, kann eine Wachstumsstörung verursacht werden. Wichtig ist es, den genauen Grund festzustellen, wenn die Größe außerhalb des Normbereichs bleibt. So kann geklärt werden, ob eine Behandlung das Wachstum unterstützen kann. Zu den häufigen Ursachen für Wachstumsstörungen zählen die nachfolgend genannten.

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Wachstumshormonmangel
Von einem Wachstumshormonmangel spricht man, wenn die
Hirnanhangdrüse
kein oder nicht genug Wachstumshormon (Somatotropin) produziert oder sie es nicht an den Körper abgeben kann. Auch wenn ausreichend Hormon vorhanden ist und ausgeschüttet wird, der Körper jedoch nicht darauf reagiert, wird von Wachstumshormonmangel gesprochen.
Ursachen: Ein Wachstumshormonmangel kann durch eine angeborene oder erworbene (z.B. durch eine Kopfverletzung) Schädigungen der Hirnanhangdrüse verursacht werden. Möglich ist auch eine Beeinträchtigung des
Hypothalamus
, der die Hirnanhangdrüse normalerweise zur Ausschüttung des Wachstumshormons anregt. Wird zwar ausreichend Hormon produziert und auch an den Körper abgegeben, dieser es aber nicht erkennt, arbeiten die Rezeptoren der Körperzellen nicht richtig. In manchen Fällen ist auch keine Ursache feststellbar.

Merkmale: Vermindertes Wachstum und verminderte Wachstumsgeschwindigkeit. Ohne Behandlung liegt die Körperlänge im Erwachsenenalter in der Regel bei 130 bis 150 cm. Kleinkindliche runde Proportionen mit einem kleinen Gesicht, Händen und Füßen sind möglich. Auch Kraft und Schnelligkeit können verringert sein, da Somatotropin den Muskelaufbau beeinflusst. Wachstumshormon ist an der Verarbeitung von Fetten im Körper beteiligt, ein Mangel kann daher auch zu starker Gewichtszunahme führen.

Behandlung: In vielen Fällen kann eine Behandlung mit Wachstumshormon als Medikament helfen. Diese wird in der Regel bis zum Ende des Wachstums fortgesetzt. Somatotropin wird jedoch auch später noch vom Körper benötigt, da es neben der Steuerung des Wachstums noch weitere Aufgaben im Körper hat. Ein Mangel im Erwachsenenalter kann – je nachdem, wie stark sich die Symptome bemerkbar machen - behandlungsbedürftig sein.

Kinder mit zu geringem Geburtsgewicht (SGA-Syndrom)

Ist ein Kind, wenn es auf die Welt kommt, kleiner oder leichter als es die Schwangerschaftsdauer hätte erwarten lassen, spricht man von einem SGA-Syndrom.

Ursachen: Die Gründe für ein SGA-Syndrom können sehr unterschiedlich sein: Eine Störung des Erbguts, Infektionskrankheiten vor der Geburt (z. B. Röteln), eine Erkrankung, unzureichende Ernährung, sowie übermäßiger Alkohol- oder Nikotinkonsum der Mutter während der Schwangerschaft oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Auch ein unzureichender Austausch von Nährstoffen zwischen der Mutter und dem ungeborenen Kind sind mögliche Ursachen. Manchmal lässt sich auch kein Grund feststellen.

Merkmale: Oft folgt bei einem SGA-Syndrom eine normale Entwicklung und viele Kinder holen die Verzögerung auf. Ist dies bis zum zweiten Lebensjahr jedoch nicht der Fall, ist mit einem Aufholwachstum auch später nicht mehr zu rechnen.

Behandlung: Da die Entwicklung bei der Geburt nicht vorhergesagt werden kann, ist es wichtig, die Längen- und Gewichtszunahme besonders genau zu beobachten. Bleibt das erhoffte Wachstum bis zum zweiten Lebensjahr aus, kann ein
Kinder-Endokrinologe
feststellen, ob das Wachstum durch eine Behandlung mit Wachstumshormon angeregt werden kann.
Ullrich-Turner-Syndrom (UTS)

Das Ullrich-Turner-Syndrom ist nach den Ärzten Otto Ullrich und Henry Turner benannt, die das Syndrom als Erste beschrieben haben. Bei der Erkrankung liegt eine Besonderheit im Erbgut vor. Es sind nur Mädchen bzw. Frauen davon betroffen.

Ursachen: Beim Ullrich-Turner-Syndrom ist das X-
Chromosomenpaar
, das für die Geschlechtsbestimmung zuständig ist, verändert. Mädchen haben normalerweise zwei X-Chromosomen. Beim UTS fehlt entweder eines oder es sind beide vorhanden, aber eines verändert. Was die Besonderheit des Erbguts auslöst, ist nicht bekannt. Das Ullrich-Turner-Syndrom wird nicht vererbt.

Merkmale: Mädchen mit UTS sind bei der Geburt häufig sehr klein und erreichen auch als Erwachsene oft nur eine Größe von durchschnittlich 146 cm. Unfruchtbarkeit ist durch eine Fehlbildung der Eierstöcke ein weiteres häufiges Merkmal. Herz- und Nierenfehlbildungen sind ebenfalls möglich. Äußerlich können Veränderungen an den Finger- und Fußnägeln, Schwellungen im Hand- und Fußbereich, eine seitliche Halsfalte oder leicht hängende Augenlider auf das Syndrom hinweisen.

Behandlung: Mit einer Wachstumshormonbehandlung kann es gelingen, die Wachstumsrate und damit die Erwachsenengröße zu steigern.

Nierenfunktionsstörungen (Chronische Niereninsuffizienz)

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz verlieren die Nieren ihre Fähigkeit, Giftstoffe und überschüssiges Wasser mit dem Urin aus dem Körper zu transportieren und können schließlich ganz versagen.

Ursachen: Verursacht werden kann eine Nierenfunktionsstörung z. B. durch eine angeborene Fehlbildung der Nieren oder Harnwege. Auch Nierenerkrankungen, die von Geburt an bestehen oder sich erst später entwickeln, sind mögliche Ursachen.

Merkmale: Durch eine Nierenfunktionsstörung werden sowohl der Stoffwechsel als auch der Hormonhaushalt verändert. Dies kann bei Kindern das Wachstum, die Entwicklung und auch den Ablauf der Pubertät beeinträchtigen. Die Folge kann unter anderem eine geringe Erwachsenengröße sein.

Behandlung: Oft kann das Wachstum durch eine Behandlung mit Wachstumshormon unterstützt werden.